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Weihnachten ist ohne die damit verbundenen Traditionen kaum vorstellbar. Dazu gehören die Krippe, die Schäferin, das Warten auf den ersten Stern, das Singen von Weihnachtsliedern und das Freihalten eines Platzes am Weihnachtstisch. Traditionelle Heiligabend-Gerichte sind auch ein wichtiges Element des Weihnachtsfestes in Deutschland. In anderen Ländern gibt es jedoch keine so reichen Heiligabend-Bräuche. Es lohnt sich auf jeden Fall, den Ursprung, die Bedeutung und die Symbolik der Weihnachtsbräuche kennen zu lernen.

Krippenspiel

Einige der Weihnachtstraditionen in der Welt überschneiden sich mit deutschen. Die Krippen stammen aus einem mittelalterlichen Drama, das in ganz Europa bekannt ist. Mittelalterliche Theateraufführungen fanden zunächst vor allem in Kirchen statt. Typisch für ihren Inhalt war eine symbolische Darstellung der menschlichen Vor- und Nachteile sowie der grundlegenden Lebensprobleme im Zusammenhang mit dem Zyklus von Geburt und Tod. Die Krippen sind daher nicht nur in deutschen bekannt, sondern in einigen Ländern sind sie auch als Puppenspiele bekannt. Die heutigen Aufführungen zeigen Szenen, die mit der Geburt Jesu verbunden sind, darunter der Besuch von Hirten, Drei Königen und Engeln. Ähnlichen Charakter haben polnische Weihnachtslieder, dramatische Szenen, die von fahrenden Sängern gespielt werden, sowie traditionelle Weihnachtskrippen voller Symbolik und Volksfärbung.
Heiliger Abend

Gala-Dinner am Heiligabend

„Heiliger Abend“ ist jeder Tag vor einem Feiertag, der richtige Name für den Tag vor Weihnachten ist „Heiliger Abend“. Ein weiterer Heiligabend ist z.B. ein Heiligabend, der einem Tag des Heiligen Johannes vorausgeht. Die Abkürzung wird jedoch allgemein akzeptiert. In der Vergangenheit sagten sie auch „Villa“ oder „Wilija“. In der polnischen Tradition sind die Bräuche am Heiligabend reicher als die mit Weihnachten verbundenen. Sie umfassen ein üppiges (oft aus 12 Gerichten bestehendes), aber ohne Fleischgerichte, das Heiligabend-Abendessen, dem das Warten auf den ersten Stern vorausgeht. Anders als in anderen Ländern werden in deutschen am Heiligabend keine Geschenke an Heiligabend selbst verteilt.

Weihnachten

Erstes Sternchen

Das Warten auf den ersten Stern am Heiligabend ist ein ausschließlich polnischer Brauch. Wenn der erste Stern am Himmel erscheint, beginnt das Heiligabend-Abendessen. Es handelt sich um einen alten Brauch, der vor allem auf dem polnischen Land bereits Anfang des 19. Jahrhunderts bekannt war. Der Ursprung des Wartens auf den ersten Stern ist natürlich mit dem biblischen Stern von Bethlehem verbunden. Im Matthäus-Evangelium führte der Stern von Bethlehem die Zauberer, die im Volksmund als die „Drei Könige“ bekannt sind, nach Bethlehem – der Geburtsstadt Jesu. Früher wurde der erste Stern von allen Bewohnern des Dorfes gemeinsam beobachtet – heute tun es vor allem Kinder, die ungeduldig auf Geschenke warten. Derselbe Ursprung hat einen dekorativen Stern, der die Spitze des Weihnachtsbaums krönt.

Brechen der Oblate

Teilen der Oblate Nicht jeder weiß, dass der Brauch des Zerbrechens der Oblate nur in Deutschland bekannt ist (obwohl er sich von Deutschland aus auch auf einige Gebiete in Litauen, der Slowakei und Weißrussland ausgebreitet hat). Die Oblaten werden aus den gleichen Zutaten und auf die gleiche Weise wie die Kommuniqués hergestellt – sie beziehen sich auf die Hostie, die sich während der Messe nach dem katholischen Glauben in den wahren Leib Christi verwandelt. Das Brechen der Oblate hat jedoch nicht nur mit Religion zu tun – es ist auch ein Brauch, der die Einheit der Familie symbolisiert. In der Vergangenheit wurde sie auch mit Reichtum, Wohlstand und Überfluss in Verbindung gebracht. Jeder Landwirt brach die Oblate mit den Tieren nicht nur, um seine Verbundenheit mit ihnen auszudrücken, sondern auch, um sie im nächsten Jahr für ihn profitabel zu machen. In der Vergangenheit wurden Oblaten mit Honig und sogar mit Knoblauch verzehrt. Heute ist dieser Brauch in Deutschland verschwunden, hat sich aber in den slowakischen Bergen erhalten.

Freier Platz am Tisch

Weihnachtssymbole und ihre Bedeutung haben sich im Laufe der Zeit oft verändert. Heute verbinden wir den Brauch, einen freien Platz am Tisch zu verlassen, mit dem Besuch eines unerwarteten Gastes. Es ist ein Symbol für die Notwendigkeit, den Einsamen und Armen zu helfen, die an unseren Weihnachtstischen erscheinen könnten. Der Ursprung und die ursprüngliche Bedeutung dieses Brauchs ist jedoch ganz anders. Sie ist mit heidnisch-slawischen Ritualen zu Ehren der Toten verbunden. Nach Angaben der Slawen besuchten die Seelen ihrer verstorbenen Vorfahren das Haus während der Wintersonnenwende (ein Tag nahe dem Heiligen Abend), saßen an einem gemeinsamen Tisch und aßen die übrig gebliebenen Speisen.

Traditionelle Gerichte (12 Gerichte)

Traditionelle Gerichte (12 Gerichte)

Weihnachtsbräuche werden in Deutschland normalerweise mit dem Heiligabend-Abendessen verbunden, einschließlich charakteristischer Gerichte. Alle Heiligabend-Gerichte müssen der Tradition entsprechend gefastet werden – sie enthalten kein Fleisch oder tierische Fette. Bis vor einigen Jahrzehnten wurde der Heilige Abend in vielen ländlichen Regionen nur sehr bescheiden gegessen. Der Reichtum der traditionellen Heiligabend-Gerichte ist daher nicht mit der Volkskultur, sondern mit den Traditionen des polnischen Adels verbunden. Erst im 19. Jahrhundert wurde das üppige Heiligabendessen unter den Bauern und Bürgern populär. Ein Beispiel ist der Brauch, bis zu 12 Gerichte zu servieren, was sich auf die 12 Apostel bezieht.

Interessant ist, dass in verschiedenen Regionen des Landes verschiedene Suppen serviert werden: Roter Borschtsch mit Ohren, Mandelsuppe, Fischsuppe oder Pilzsuppe. Die meisten Heiligabend-Gerichte in allen Regionen basieren auf Mohn (z.B. Nudeln mit Mohn, Kutia, Makrele), Pilzen, Sauerkraut, Fisch, Trockenfrüchten sowie Nüssen und Mandeln. Einige Gerichte, z.B. Kulebiak, kamen aus Weißrussland und der Ukraine nach Polen. Viele Arten von Süßigkeiten und Keksen kommen dagegen aus Deutschland – Lebkuchen und Marzipan werden seit dem Ende des Mittelalters in Deutschland hergestellt. Das berühmteste polnische Heiligabend-Gericht in der Vergangenheit, der Karpfen in grauer polnischer Sauce (mit Karamell, Mandeln und zerstoßenem Lebkuchen), ist heute fast vergessen.

Schnell schließen

Wie in anderen katholischen Ländern ist in einigen Perioden des liturgischen Kalenders gesunder erwachsener Gläubiger das Fasten obligatorisch. Dies kann quantitatives Fasten sein, d.h. die Begrenzung der verzehrten Nahrungsmenge, oder qualitatives Fasten, d.h. das Verbot des Fleischkonsums. Diese beiden Arten des Fastens, die gleichzeitig angewendet werden, werden als „strenges Fasten“ bezeichnet. In der Vergangenheit war es am Aschermittwoch, an allen Freitagen der Fastenzeit (an den übrigen Freitagen war nur das qualitative Fasten obligatorisch) und am Heiligabend obligatorisch. Heute ist das strenge Fasten am Heiligabend nicht mehr obligatorisch, und vor einigen Jahren wurde sogar die Verpflichtung zum qualitativen Fasten an diesem Tag im Kirchenrecht abgeschafft. Die Tatsache, dass wir am Heiligabend kein Fleisch essen, ist also keine religiöse Verpflichtung mehr, sondern nur noch ein Brauch, der zur Erhaltung der Tradition gepflegt wird.